Wärmepumpe + Solarthermie in Oldenburg: Sinnvolle Kombination?
In Oldenburg arbeiten Wärmepumpen dank milder, windiger Winter zuverlässig und effizient. Immer wieder werden wir gefragt, ob sich die Kombination mit Solarthermie lohnt. Unsere kurze Antwort: Ja, in ausgewählten Fällen ist das sehr sinnvoll – besonders für Warmwasser. Für die Raumheizung bringt Solarthermie in Nordwestdeutschland hingegen nur begrenzte Zusatzgewinne, weil im Winter die Einstrahlung niedrig und die Heizlast hoch ist.
Wie ergänzen sich die Systeme?
- Wärmepumpe als Basis: effiziente Heiz- und Warmwasserbereitung, besonders mit niedrigen Vorlauftemperaturen und gut ausgelegten Heizflächen.
- Solarthermie als Warmwasser-Profi: deckt vom Frühling bis Herbst große Teile des Warmwasserbedarfs und entlastet den Verdichter in den warmen Monaten.
- Pufferspeicher: speichert Solarwärme, reduziert Taktungen, verbessert die Jahresarbeitszahl (JAZ) und erhöht den Komfort durch stabilere Temperaturen.
Richtig miteinander verschaltet, priorisiert die Regelung zuerst die kostenlose Solarwärme. Die Wärmepumpe springt nur dann ein, wenn keine ausreichende Solarenergie zur Verfügung steht oder eine hygienische Nachladung erforderlich ist.
Vorteile auf einen Blick
- Reduzierte Stromkosten der Wärmepumpe durch solare Warmwasserbereitung von März bis Oktober.
- Weniger Verdichterstarts, geringere Belastung und potenziell längere Lebensdauer der Wärmepumpe.
- Hoher Warmwasserkomfort, auch bei gleichzeitigem Bedarf (Duschen nacheinander, Gäste, Ferienvermietung).
- Gute Kombinierbarkeit mit bestehenden Heizsystemen und Pufferspeichern.
- Erhöhter Autarkiegrad im Sommerhalbjahr ohne zusätzlichen Strombedarf.
Für wen lohnt es sich besonders?
- Haushalte und Objekte mit hohem Warmwasserbedarf (Mehrfamilienhäuser, vermietete Einfamilienhäuser, Praxen, kleine Hotels, Sportvereine).
- Bestandsgebäude mit optimierten Heizflächen (Fußbodenheizung oder vergrößerte Heizkörper, hydraulischer Abgleich, gute Dämmqualität).
- Gebäude mit geeigneten Dachflächen nach Süden/Südwesten, wenig Verschattung sowie Platz für einen 300–800 l Speicher.
- Nutzerinnen und Nutzer, die Wert auf Komfort, Stabilität im Betrieb und auf eine gute Jahresarbeitszahl legen.
Kosten, Komponenten und Wirtschaftlichkeit
Die Investition hängt von Kollektorfläche, Speichergröße, Leitungswegen und Einbindung in die bestehende Hydraulik ab. Typische Komponenten sind Flach- oder Vakuumröhrenkollektoren, Solarleitungen mit Dämmung, Solarstation mit Pumpe und Regler, Ausdehnungsgefäß, Sicherheitsarmaturen sowie ein passender Kombispeicher oder zusätzlicher Solarspeicher.
Richtwerte aus der Praxis im Raum Oldenburg (brutto, abhängig vom Objekt):
- 6–10 m² Flachkollektoren inkl. Montage und Solarstation: häufig im Bereich von ca. 4.500–8.500 €.
- Kombispeicher 300–500 l mit Einbindung in die Wärmepumpe: oft ca. 2.000–4.500 € zusätzlich.
- Gesamtanlage Warmwasser-solare Unterstützung mit Einbindung: erfahrungsgemäß häufig ca. 7.000–14.000 €.
Die Ersparnis entsteht vor allem über die Reduzierung der Verdichterlaufzeiten für Warmwasser. Je nach Profil sind solare Deckungsanteile von 50–70 % für Warmwasser zwischen Frühling und Herbst realistisch. Über das Jahr gesehen kann Solarthermie den Stromverbrauch der Wärmepumpe typischerweise um einen zweistelligen Prozentwert beim Warmwasseranteil senken. Die exakte Wirtschaftlichkeit bestimmen wir objektspezifisch anhand Bedarf, Dachpotenzial, vorhandener Hydraulik und Förderkulisse.
Effizienz und Regelung: So holt man das Optimum heraus
- Prioritätslogik: Solarthermie lädt zuerst den Warmwasserspeicher, die Wärmepumpe übernimmt nur bei Bedarf (z. B. morgens oder abends ohne Sonne, Legionellenfunktion).
- Temperaturniveaus: Eine klug gewählte Speicher- und Hystereseeinstellung verhindert unnötige Verdichterstarts und hält die JAZ hoch.
- Pufferspeicher: Genügend Volumen (300–800 l, je nach Bedarf) gleicht Erzeugung und Verbrauch aus und verhindert Kollektorstagnation.
- Hydraulik: Saubere Trennung von Heiz- und Trinkwasserseite, korrekte Einbindung des Solarwärmetauschers, fachgerechter hydraulischer Abgleich.
- Monitoring: Wärmemengen- und Stromzähler helfen, Deckungsanteile und Effizienz sichtbar zu machen und Einstellungen zu optimieren.
Grenzen und Fallstricke
Sommerüberschuss managen
Ohne passenden Speicher droht Kollektorstagnation. Abhilfe schaffen eine bedarfsgerechte Kollektorfläche, ausreichendes Speichervolumen, effiziente Regelstrategien und im Einzelfall eine zeitweise Heizungsunterstützung im Übergang (nur bei niedrigen Systemtemperaturen sinnvoll).
Investition und Platzbedarf
Kollektoren, Leitungen, Solarstation und Speicher benötigen Platz im Technikraum und am Dach. Bei knapper Fläche prüfen wir alternative Anordnungen (z. B. Fassaden- oder Flachdachaufständerung) und vergleichen die Machbarkeit mit Photovoltaik.
Komplexität in der Regelung
Wärmepumpen- und Solarregler müssen harmonieren. Wir sorgen für klare Prioritäten, sinnvolle Sperrzeiten, passende Temperaturfenster und eine hygienische Betriebsweise, damit Effizienz und Komfort zusammenpassen.
Heizungsunterstützung im Winter
In Oldenburg leistet Solarthermie zur Raumheizung in der kalten Jahreszeit nur einen kleinen Beitrag. Der Fokus liegt deshalb auf Warmwasser und auf Übergangszeiten, in denen Solarwärme die Wärmepumpe gut entlasten kann.
Alternative und Ergänzung: Photovoltaik + Wärmepumpe
Oft ist PV wirtschaftlich sehr attraktiv, weil sie den Strombedarf der Wärmepumpe senkt und ganzjährig Erträge liefert. Mit PV-Überschuss lassen sich Warmwasser-Sollwerte zeitweise anheben (PV-Überschussnutzung), was die Eigenverbrauchsquote erhöht. Ist das Dach elektrisch schon ausgereizt oder besteht primär ein hoher Warmwasserbedarf, kann Solarthermie dennoch die bessere Ergänzung sein – insbesondere, wenn ein großer Speicher zur Verfügung steht und die Leitungswege kurz gehalten werden können. In vielen Projekten kombinieren wir PV und Solarthermie sinnvoll, je nach Zielsetzung (Kosten, Autarkie, CO₂-Reduktion).
Praxis aus Oldenburg
Eversten, EFH 160 m²: Luft-Wasser-Wärmepumpe, 8 m² Flachkollektoren, 500-l-Kombispeicher. Ergebnis: ca. 60 % solare Warmwasserdeckung März–Oktober, Jahresarbeitszahl +0,2, Verdichterstarts −20 %. Spürbar geringere Stromkosten und sehr hoher Komfort.
Im Stadtgebiet und Umland haben wir ähnliche Ergebnisse gesehen, wenn die Kollektorfläche bedarfsorientiert dimensioniert, der Speicher passend gewählt und die Regelung sauber eingestellt ist. Gerade Haushalte mit mehreren Personen oder Objekte mit Stoßzeiten im Warmwasserbedarf profitieren deutlich.
Planung und Service vor Ort
Als benmark Gebäudetechnik GmbH planen, installieren und warten wir moderne Wärmepumpen- und Klimasysteme in Oldenburg und Umgebung. Mit fachgerechter Beratung, präziser Ausführung und zuverlässigem Service schaffen wir ein energieeffizientes Raumklima und nachhaltigen Komfort – inklusive Einbindung von Solarthermie oder PV, hydraulischem Abgleich, Wärmemengenmessung und förderfähiger Auslegung. Wir prüfen für Sie Dachpotenzial, Speicherplatz, Rohrwege, Regelungslogik und die Anbindung an vorhandene Komponenten, damit das Gesamtsystem ganzjährig effizient arbeitet.
FAQ
Bringt Solarthermie mit Fußbodenheizung Vorteile?
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