Ein Stromausfall trifft Wärmepumpen unmittelbar – ohne elektrische Energie steht die Heizung, die Warmwasserbereitung und die Regelung still. Für gut gedämmte Häuser in Oldenburg ist das meist kein Drama, denn die Gebäudehülle und die Flächenheizung speichern viel Wärme. Entscheidend ist, wie lange der Ausfall dauert, wie niedrig die Außentemperaturen sind und ob sensible Komponenten wie außenliegende Leitungen geschützt sind. Wir erklären, was konkret passiert, welche Risiken realistisch sind, welche Notstromlösungen sich bewährt haben und welche praktischen Maßnahmen wir Hausbesitzern in Oldenburg empfehlen.
Was passiert bei Stromausfall mit der Wärmepumpe?
Stromausfälle entstehen in unserer Region vor allem durch Unwetter, Bauarbeiten oder seltene Netzstörungen. Während der Unterbrechung pausiert die gesamte Wärmepumpenanlage. In den meisten Fällen bleibt das behagliche Temperaturniveau für Stunden erhalten, weil Estriche, Pufferspeicher und Warmwasserspeicher als thermische Batterie wirken. Nach Wiederkehr der Spannung fahren moderne Geräte kontrolliert wieder hoch.
Verhalten der Anlage ohne Strom
- Kompressor und Umwälzpumpen stoppen – Heizen und Warmwasserbereitung pausieren vollständig.
- Die Regelung geht in den Ruhezustand; alle Einstellungen bleiben im Speicher erhalten.
- Die vorhandene Wärme bleibt: Fußbodenheizung und Speicher verzögern das Auskühlen über mehrere Stunden.
- Bei Minusgraden kann ein unterbrochener Abtauvorgang zur Vereisung der Außeneinheit führen – in der Regel folgenlos, wenn der Strom zeitnah zurückkehrt.
Risiken, Schäden und was unkritisch ist
- Kein unmittelbarer Schaden an der Wärmepumpe nur durch den Ausfall – die Elektronik ist dafür ausgelegt.
- Nach Wiederkehr des Stroms startet die Anlage kontrolliert; Invertertechnik begrenzt Anlaufströme.
- Frostgefahr entsteht erst bei längeren Ausfällen und tiefen Temperaturen für außenliegende wasserführende Leitungen und den Kondensatablauf.
- Trinkwarmwasser kühlt langsam aus – Legionellenschutzprogramme setzen beim nächsten Heizzyklus automatisch wieder ein.
Wichtig ist die Betrachtung der Peripherie: Kondensatleitungen müssen frei ablaufen und ggf. elektrisch begleitet sein, Außenleitungen sollten gedämmt und gegen Windchill geschützt werden. Nach der Wiederversorgung mit Strom kontrollieren wir auf Wunsch die Anlage, lesen Fehlerspeicher aus und prüfen, ob Sensoren und Frostschutzthermostate korrekt arbeiten.
Notstrom- und Ersatzstrom-Lösungen für Wärmepumpen
PV-Anlage mit Batteriespeicher und Notstromfunktion
Eine Photovoltaikanlage mit Speicher kann die Wärmepumpe im Notbetrieb versorgen, wenn die Komponenten dafür ausgelegt sind. Dazu braucht es eine Backup-Funktion (Insel- bzw. Ersatzstrombetrieb) des Wechselrichters und eine normgerechte Umschalteinrichtung. Wir planen solche Systeme so, dass lebenswichtige Verbraucher wie Heizungspumpen, Regelung, Kühlgeräte und ausgewählte Steckdosen priorisiert versorgt werden.
- Ersatzstromfähigkeit: Wechselrichter/Backup-Box mit schneller und sicherer Umschaltung auf ein Inselnetz.
- Dimensionierung: Ausreichende Scheinleistung (kVA) für Kompressorstart und gleichzeitige Verbraucher.
- Phasengleichheit: Bei 3-phasigen Wärmepumpen muss der Ersatzstrom 3-phasig bereitstehen (400 V, 50 Hz).
- Herstellerfreigaben: Wir prüfen die Kompatibilität und die