Brauchwasserwärmepumpe zusätzlich zur Heizungs-Wärmepumpe: Lohnt sich das?
Viele Hauseigentümer in Oldenburg fragen uns, ob sich eine separate Brauchwasserwärmepumpe lohnt, obwohl bereits eine Wärmepumpe fürs Heizen arbeitet. Unsere Antwort: Es kommt auf Haushalt, Gebäude und Anlage an. In unserem norddeutschen Klima mit feuchten Kellern und häufigem Wind kann eine zusätzliche Warmwasser-Wärmepumpe Vorteile bringen – aber nicht immer.
Wir betrachten dafür Ihr Warmwasserprofil, die bestehende Heizungs-Wärmepumpe, das Gebäude und Ihre Ziele, etwa PV-Eigenverbrauch oder ein trockenerer Keller. So erkennen wir, ob eine Zusatzanlage einen messbaren Mehrwert bringt oder ob Ihre bestehende Lösung mit kleinen Optimierungen ausreicht.
Wann eine zusätzliche Brauchwasserwärmepumpe sinnvoll ist
- Hohe Warmwasserlast: Familien mit mehreren Bädern, Regenduschen oder häufigem Baden profitieren von stabilen Temperaturen und kurzen Nachladezeiten.
- Sommerbetrieb: Im Sommer kann die Heizungs-Wärmepumpe pausieren, während die Brauchwasserwärmepumpe effizient nur Warmwasser bereitet – das reduziert Taktbetrieb und schont die Hauptanlage.
- PV-Überschüsse nutzen: Mit SG-Ready/Smart-Home lässt sich das Wasser mittags aufheizen. Das steigert den Eigenverbrauch Ihrer PV-Anlage in Oldenburg.
- Kellerklima verbessern: Die Brauchwasserwärmepumpe entzieht der Luft Wärme und Feuchte – praktisch in typischen Oldenburger Kellern.
- Hydraulische Entkopplung: Die Heizungs-Wärmepumpe kann mit möglichst niedriger Vorlauftemperatur laufen, während die Brauchwasserwärmepumpe separat die 50–55 °C fürs Warmwasser liefert.
Zusätzlich können wir bei hartem Wasser und häufigen Zapfspitzen die Regelung so abstimmen, dass Komfort und Effizienz zusammengehen – ohne unnötige Hochtemperaturfahrten Ihrer Hauptanlage.
Wann wir davon abraten
- Moderne Kombi-Lösung vorhanden: Viele aktuelle Heizungs-Wärmepumpen mit gut gedämmtem Speicher und intelligenter Regelung decken Warmwasser effizient mit ab.
- Begrenzter Platz oder Lärmschutz: In Reihenhäusern oder dicht bebauten Lagen (z. B. Eversten, Dobben) kann Aufstell- und Geräuschthema gegen eine Zusatzanlage sprechen.
- Kalter Aufstellraum: Sehr kühle, kleine Räume ohne Luftkanäle verschlechtern Effizienz und Komfort.
- Geringe Zapfmenge: Singles oder Paare mit moderatem Verbrauch sparen selten genug, um die Zusatzinvestition zu rechtfertigen.
Unser Grundsatz: Wenn die vorhandene Heizungs-Wärmepumpe mit sauberer Auslegung, richtig dimensioniertem Speicher und intelligenter Zeit-/PV-Steuerung Ihre Bedürfnisse deckt, verzichten wir auf eine Zusatzanlage.
Planungstipps für Oldenburg
- Aufstellort: Bevorzugt Keller oder Hauswirtschaftsraum; bei Bedarf Luftkanäle zur Garage oder nach außen.
- Lärm: Schwingungsentkoppelte Aufstellung und kurze, gedämmte Leitungswege beachten.
- Speichergröße: Meist 200–300 Liter; bei Badewanne oder mehreren Bädern entsprechend größer.
- Hygiene: Legionellenschutz per zeitweiser Hochtemperatur oder E-Heizstab einplanen.
- PV-Einbindung: SG-Ready/Steuerung für PV-Überschuss lohnt sich besonders.
- Kondensat: Sichere Ableitung – wichtig bei hohem Grundwasserstand in der Region.
Dimensionierung und Speicherwahl
Wir dimensionieren die Brauchwasserwärmepumpe nach realem Tagesprofil. Für einen 4-Personen-Haushalt mit Regendusche empfehlen wir meist 250–300 Liter mit guter Dämmung und zügiger Nachheizleistung. Bei Badewannen oder mehreren parallelen Zapfstellen planen wir zusätzliche Reserve ein, damit die Temperaturen stabil bleiben.
Schall und Aufstellung
Moderne Geräte liegen typischerweise bei 45–55 dB(A). Wir stellen die Anlage auf schwingungsentkoppelten Füßen, achten auf solide Rohrschellen mit Gummieinlage und vermeiden Schallbrücken. So bleibt es auch in kompakten Häusern ruhig.
Luftführung und Kondensat
In kleinen, geschlossenen Räumen führen wir Zu- und Abluft über Kanäle, um Unterkühlung zu vermeiden und Feuchte gezielt abzuführen. Die Kondensatableitung planen wir frostsicher mit Gefälle und Geruchsverschluss – wichtig angesichts hoher Grundwasserstände und feuchter Perioden in Oldenburg.
Integration mit PV und Steuerung
Über SG-Ready oder ein Energiemanagementsystem laden wir den Speicher bei PV-Überschuss mittags auf höhere Temperaturen. So verschieben wir Strombezug in die sonnenreichen Stunden, erhöhen den Eigenverbrauch und senken Netzbezug – ohne Komforteinbußen.
Kosten und Wirtschaftlichkeit
Typische Investitionen liegen bei ca. 2.500–4.500 € inkl. Speicher und Montage. Im Betrieb verbrauchen Geräte meist 300–600 W; mit gutem Aufstellort und PV sind Amortisationszeiten von etwa 4–8 Jahren realistisch. Förderungen und regionale Programme ändern sich – wir prüfen das individuell für Oldenburg und Umgebung.
Für die Kalkulation betrachten wir:
- Ihre jährliche Warmwassermenge (Liter/Tag und Temperaturhub)
- Strompreis, PV-Eigenverbrauchsanteil und mögliche Lastverschiebung
- Effizienz der bestehenden Heizungs-Wärmepumpe im Warmwasserbetrieb vs. der Brauchwasserwärmepumpe (typischer COP 2,5–3,5 je nach Lufttemperatur)
- Wartung, Filter und potenzielle Einsparung durch reduzierten Taktbetrieb der Hauptanlage
Ein Beispiel: Bei 4 Personen mit rund 200 Litern Warmwasser täglich, PV-Anlage mit 8 kWp und sinnvoller Überschussnutzung erreichen wir häufig hohe Eigenverbrauchsquoten. Dadurch sinken sowohl Betriebskosten als auch Verschleiß der Heizungs-Wärmepumpe.
Typische Szenarien aus der Praxis
Mehrgenerationenhaus in Eversten
Zwei Bäder, Regendusche und häufige Parallelzapfungen. Eine Brauchwasserwärmepumpe entkoppelt die Warmwasserbereitung, stabilisiert die Temperaturen und ermöglicht der Heizungs-Wärmepumpe, mit niedrigerer Vorlauftemperatur effizient zu bleiben.
Reihenhaus am Dobben
Begrenzter Platz und sensibler Schallschutz. Hier raten wir oft ab oder wählen nur in Ausnahmefällen eine besonders leise, kompakte Lösung mit Luftkanälen – wenn Komfortgewinn und PV-Nutzung den Aufwand rechtfertigen.
Einfamilienhaus mit PV in Kreyenbrück
Deutliche PV-Überschüsse im Sommer. Mit SG-Ready beladen wir den Speicher mittags auf höhere Temperaturen und nutzen abends gespeicherte Wärme. Die Heizungs-Wärmepumpe kann in der warmen Saison weitgehend pausieren.
FAQ
Kann meine Heizungs-Wärmepumpe nicht einfach beides erledigen?
Oft ja. Ist die Anlage richtig ausgelegt und ein guter Speicher vorhanden, reicht das völlig. Eine Zusatzanlage lohnt bei hoher Warmwasserlast, PV-Optimierung oder Kellerentfeuchtung.
Wie laut ist eine Brauchwasserwärmepumpe?
Moderne Geräte liegen häufig bei 45–55 dB(A). Mit guter Aufstellung, Entkopplung und ggf. Luftkanälen ist sie im Wohnbereich kaum hörbar.
Was passiert im Winter mit der kalten Ansaugluft?
Im unbeheizten Keller unkritisch. In kleinen Räumen planen wir Luftkanäle oder ziehen Außenluft heran, damit keine Auskühlung stört.
Kann ich meine PV-Anlage einbinden?
Ja, über SG-Ready oder Energiemanagement lässt sich tagsüber auf höhere Temperaturen laden, um Überschüsse zu nutzen.
Wie stellen wir die Hygiene sicher?
Wir setzen auf gut gedämmte Speicher, passende Temperaturen und einen regelmäßigen Legionellenschutz-Zyklus (zeitweise Hochtemperatur oder E-Heizstab), abgestimmt auf Ihre Nutzung.
Wie groß sollte der Speicher sein?
Für 2–3 Personen reichen oft 200–250 Liter. Ab 4 Personen bzw. bei Badewanne oder Regendusche empfehlen wir meist 250–300 Liter oder mehr. Wir dimensionieren nach Ihrem Zapfprofil.
Benötigt die Anlage viel Wartung?
Der Aufwand ist gering: Sichtprüfung, ggf. Filterreinigung, Kondensatableitung prüfen und Regelung updaten. Wir bieten auf Wunsch einen jährlichen Check an.