Amortisationsrechner: Wann rechnet sich Ihre Wärmepumpe?
Viele Hauseigentümerinnen und -eigentümer in Oldenburg fragen uns: Ab wann lohnt sich der Umstieg auf eine Wärmepumpe? Wir setzen auf eine klare, nachvollziehbare Rechnung – angepasst an das norddeutsche Klima und reale Energiepreise. So erkennen Sie transparent, wann sich die Investition trägt und wie Sie die Amortisationszeit aktiv verkürzen.
Was ein guter Amortisationsrechner braucht
- Jährlicher Wärmebedarf Ihres Gebäudes (kWh) bzw. bisheriger Gas-/Ölverbrauch
- Energiepreise: Gas/Öl (ct/kWh), Strom (ct/kWh), Grundgebühren
- Jahresarbeitszahl (JAZ) der geplanten Wärmepumpe
- Investitionskosten abzüglich Förderungen
- Wartungs- und Betriebskosten
- Optional: PV-Eigenstromanteil, Wärmepumpenstromtarif
So rechnen wir: Kosten, Ersparnis, Amortisation
Wir vergleichen die jährlichen Gesamtkosten Ihrer Altanlage mit den erwarteten Kosten der Wärmepumpe – realistisch, konservativ und an die Gebäudetechnik angepasst. Die Kerngleichungen sind einfach, die Qualität der Annahmen entscheidet.
- Jahreskosten Altanlage = Brennstoffverbrauch × Preis + Grundpreis + Wartung
- Jahreskosten Wärmepumpe = (Wärmebedarf ÷ JAZ) × Strompreis (effektiv) + Wartung
- Ersparnis pro Jahr = Jahreskosten Altanlage − Jahreskosten Wärmepumpe
- Amortisationszeit = (Investition − Förderung) ÷ Ersparnis
Effektiver Strompreis mit PV und WP-Tarif
Wird ein Teil des Wärmepumpenstroms über Ihre PV-Anlage gedeckt, reduziert sich der durchschnittliche Arbeitspreis. Beispiel: 28 ct/kWh Wärmepumpentarif, 25 % PV-Eigenstromanteil → effektiver Arbeitspreis ≈ 0,28 € × 75 % = 0,21 €/kWh. Je höher der PV-Anteil, desto günstiger der effektive Strompreis und desto kürzer die Amortisation.
Wärmebedarf sicher bestimmen
Als Basis nutzen wir entweder Ihren gemessenen Brennstoffverbrauch der letzten Heizperioden (klimabereinigt) oder eine Heizlastabschätzung mit Gebäudedaten. Zusätzliche Optimierungen wie hydraulischer Abgleich, Vorlauftemperatur-Senkung oder größere Heizflächen berücksichtigen wir in der JAZ-Prognose.
Beispiel aus Oldenburg
Typisches Einfamilienhaus (Altbau, gedämmt), Wärmebedarf: 18.000 kWh/Jahr. Luft/Wasser-Wärmepumpe mit JAZ 3,2. Strompreis 28 ct/kWh (Wärmepumpentarif), Gaspreis 16 ct/kWh. PV deckt 25 % des Wärmepumpenstroms.
- Altanlage: 18.000 × 0,16 € = 2.880 € + 120 € Grundpreis + 150 € Wartung ≈ 3.150 €/a
- WP-Strombedarf: 18.000 ÷ 3,2 = 5.625 kWh; effektiver Preis 0,28 € × 75 % = 0,21 €/kWh
- Jahreskosten Wärmepumpe: 5.625 × 0,21 € = 1.181 € + 120 € Wartung ≈ 1.301 €/a
- Ersparnis: ca. 1.849 €/a
- Investition: 28.000 €; Förderung 25 % → netto 21.000 €
- Amortisation: 21.000 € ÷ 1.849 €/a ≈ 11,4 Jahre
Hinweis: In Oldenburg begünstigt das milde, windige Küstenklima oft gute JAZ-Werte. Entscheidend sind geeignete Heizflächen und niedrige Vorlauftemperaturen – beides beeinflusst den Strombedarf der Wärmepumpe erheblich.
Sensitivität: Was passiert, wenn sich Annahmen ändern?
- Strompreis +10 %: effektiver Preis ≈ 0,231 €/kWh → WP-Kosten ≈ 1.418 €/a → Ersparnis ≈ 1.732 €/a → Amortisation ≈ 12,1 Jahre
- Gaspreis +10 %: Altanlage ≈ 3.438 €/a → Ersparnis ≈ 2.137 €/a → Amortisation ≈ 9,8 Jahre
- JAZ 3,5 statt 3,2: WP-Kosten ≈ 1.200 €/a → Ersparnis ≈ 1.950 €/a → Amortisation ≈ 10,8 Jahre
- PV-Anteil 40 % statt 25 %: effektiver Preis ≈ 0,168 €/kWh → WP-Kosten ≈ 1.065 €/a → Ersparnis ≈ 2.085 €/a → Amortisation ≈ 10,1 Jahre
Diese Bandbreite zeigt: Ein gezielter Fokus auf Effizienz (JAZ), Tarifwahl und PV-Nutzung verkürzt die Amortisationszeit spürbar – und macht die Investition resilient gegen Energiepreisänderungen.
Tipps, um die Amortisation zu verkürzen
- Vorlauftemperatur senken: hydraulischer Abgleich, größere Heizkörper oder Flächenheizung reduzieren die benötigte Systemtemperatur.
- Wärmepumpenstromtarif wählen: günstige Arbeitspreise nutzen und Lasten in Tariffenster legen (z. B. Warmwasserbereitung, Speicherladung).
- PV-Eigenstrom einbinden: Wärmepumpe tagsüber bevorzugt laufen lassen; optional später um Speicher erweitern.
- Förderungen optimal ausschöpfen: passende Programme auswählen, Fristen einhalten, richtige Gerätegröße wählen.
- Regelmäßige Wartung und saubere Parametrierung: stabile JAZ durch korrekte Regelung, passende Heizkurve und saubere Filter.
Häufige Stolpersteine und wie wir sie vermeiden
- Zu hohe Vorlauftemperaturen: Wir planen mit realistischen Heizflächen und prüfen ggf. Tausch einzelner Heizkörper.
- Unterschätzte Nebenverbräuche: Zirkulationspumpen, Abtauzyklen und Warmwasser werden in der JAZ-Prognose mitgedacht.
- Unklare Energiepreise: Wir rechnen mit aktuellen Tarifen und zeigen Preisspannen auf, damit Sie robuste Entscheidungen treffen.
- Falsche Gerätegröße: Überdimensionierung erhöht Kosten und kann die Effizienz mindern – wir dimensionieren bedarfsgerecht.
- Unvollständige Datengrundlage: Wir fordern die nötigen Verbrauchs- und Gebäudedaten strukturiert an und plausibilisieren sie.
Unser Service in Oldenburg
Wir von benmark Gebäudetechnik GmbH planen, installieren und warten moderne Wärmepumpen- und Klimasysteme in Oldenburg und Umgebung. Mit fachgerechter Beratung, präziser Ausführung und zuverlässigem Service schaffen wir ein energieeffizientes Raumklima und nachhaltigen Komfort – inklusive individueller Amortisationsberechnung für Ihr Objekt. Von der Bestandsaufnahme über die Fördermittelberatung bis zur Inbetriebnahme begleiten wir den gesamten Prozess.
FAQ
Welche Daten braucht ihr für eine exakte Amortisationsrechnung?
Wir benötigen Ihren bisherigen Jahresverbrauch, aktuelle Energiepreise, Gebäudedaten (Baujahr, Dämmstandard, Heizflächen), Vorlauftemperaturen sowie Informationen zu PV und gewünschtem Wärmepumpentarif.
Was ist die JAZ und warum ist sie wichtig?
Die Jahresarbeitszahl beschreibt das Verhältnis aus erzeugter Wärme zu eingesetztem Strom über ein Jahr. Je höher die JAZ, desto effizienter arbeitet die Anlage und desto schneller rechnet sich die Investition – insbesondere bei niedrigen Vorlauftemperaturen.
Lohnt sich eine Wärmepumpe im Altbau?
Ja, wenn die Vorlauftemperaturen moderat sind und das Haus sinnvoll optimiert ist. In vielen Oldenburger Altbauten erzielen wir attraktive JAZ-Werte durch hydraulischen Abgleich, Heizkörperanpassungen und eine an das Gebäude angepasste Regelstrategie.
Wie stark beeinflusst PV die Amortisation?
Deutlich: Selbst 20–30 % PV-Eigenstromanteil senken die Betriebskosten spürbar. Mit intelligenter Betriebsweise (z. B. Tagesladung, Warmwasserbereitung bei Sonne) lässt sich der PV-Anteil oft weiter steigern.
Welche Förderungen sind realistisch?
In der Regel kommen Bundesförderungen (z. B. BEG) in Frage. Wir