Wärmepumpe vs. Gasheizung 2026: Vollkostenvergleich über 20 Jahre – Was lohnt sich?
Viele Eigentümer in Oldenburg fragen uns, ob sich 2026 die Wärmepumpe gegenüber der Gasheizung wirklich rechnet. Aus unserer Erfahrung in Planung, Installation und Wartung im Norden gilt: Im maritimen Klima mit meist moderaten Wintertemperaturen arbeiten Wärmepumpen effizient – und schlagen Gas über 20 Jahre in den Vollkosten meist deutlich. Entscheidend sind die richtige Auslegung, niedrige Vorlauftemperaturen und sinnvolle Fördernutzung.
Unsere Annahmen für Oldenburg
- Einfamilienhaus, ca. 140 m², guter energetischer Zustand, Heizwärmebedarf 12.000 kWh/Jahr
- Wärmepumpe: Jahresarbeitszahl (JAZ) 3,5; Strompreis WP-Tarif 0,32 €/kWh
- Gas-Brennwert: Nutzungsgrad 95 %; Gaspreis 0,12 €/kWh
- Wartung: Wärmepumpe ca. 200 €/Jahr; Gas 250 €/Jahr plus Schornsteinfeger 80 €/Jahr
- Invest typischer Markt: Wärmepumpe 22.000–28.000 € (nach Förderung oft 16.000–18.000 €); Gas 13.000–16.000 € zzgl. Anschluss/Abgas 2.000–4.000 €
- Förderung: grundsätzlich möglich – wir prüfen tagesaktuell für Sie
20‑Jahres‑Vollkosten (vereinfachtes Rechenbeispiel)
Wärmepumpe
- Strom: 12.000 / 3,5 = 3.430 kWh ≈ 1.100 €/Jahr
- Wartung: ca. 200 €/Jahr → Betrieb gesamt ≈ 1.300 €/Jahr → 20 Jahre ≈ 26.000 €
- Invest (nach Förderung, typisch): ≈ 17.000 €
- Vollkosten 20 Jahre: ≈ 43.000 €
Gasheizung
- Gas: 12.000 / 0,95 = 12.630 kWh ≈ 1.520 €/Jahr
- Wartung + Schornsteinfeger: ≈ 330 €/Jahr → Betrieb gesamt ≈ 1.850 €/Jahr → 20 Jahre ≈ 37.000 €
- Invest inkl. Anschluss/Abgas: ≈ 16.000 €
- Vollkosten 20 Jahre: ≈ 53.000 €
Ergebnis: Rund 10.000 € Vorteil für die Wärmepumpe – ohne Preissteigerungen gerechnet. Mit steigenden CO₂-Kosten für Gas wächst die Lücke erfahrungsgemäß.
Sensitivität: Was, wenn Preise sich ändern?
Vollkostenrechnungen sind Momentaufnahmen. Wir rechnen daher stets mit Szenarien, um robuste Entscheidungen zu ermöglichen:
- +10 % Strompreis: Die jährlichen WP‑Betriebskosten steigen um ca. 110 €; der 20‑Jahres‑Vorteil schrumpft, bleibt aber in der Regel bestehen.
- +10 % Gaspreis: Der jährliche Gasbetrieb verteuert sich um ca. 150 €; der Kostenvorteil der WP steigt.
- CO₂‑Preis auf Gas: Zusätzliche Kosten pro kWh Gas erhöhen über die Jahre die Betriebskosten deutlich und machen die Wärmepumpe attraktiver.
- JAZ‑Abweichung: Eine JAZ von 3,2 statt 3,5 erhöht den Strombedarf um ca. 10 %; eine JAZ von 4,0 senkt die Betriebskosten spürbar. Gute Planung zahlt sich aus.
Technik, die Kosten und Komfort bestimmt
Vorlauftemperaturen und Heizflächen
Die Wärmepumpe ist dann besonders wirtschaftlich, wenn wir niedrige Vorlauftemperaturen erreichen. Wir prüfen dazu die Heizlast, dimensionieren Heizflächen (z. B. größere Heizkörper oder Flächenheizung) und führen den hydraulischen Abgleich durch. So bleiben Effizienz und Wohnkomfort hoch – auch ohne zwingend eine Fußbodenheizung nachzurüsten.
Photovoltaik und Eigenstromnutzung
PV‑Eigenstrom senkt die Betriebskosten der Wärmepumpe deutlich. Mit intelligenter Regelung nutzen wir Solarstrom für Heizen und Warmwasser, erhöhen den Eigenverbrauch und reduzieren Netzbezug. In Kombination mit einem passenden Stromtarif lassen sich die Wärmekosten weiter drücken.
Schall, Aufstellort und Eisschutz
Damit die Anlage leise und zuverlässig läuft, planen wir den Aufstellort vorausschauend: Mindestabstände, Entkopplung, Strömungsführung und eine durchdachte Kondensatabführung verhindern Schall- und Eisprobleme. In dicht bebauten Lagen berücksichtigen wir Nachbarschaftsgrenzen und wählen passende Geräte und Einhausungen.
Praxis in Oldenburg: Was wir vor Ort prüfen
- Gebäudehülle und Heizlast: Transparent ermittelt, damit die WP nicht zu groß oder zu klein dimensioniert wird.
- Heizflächen: Eignung vorhandener Heizkörper, Optionen für Vergrößerung, Abgleich und Regelstrategie.
- Hydraulik und Speicher: Effiziente Systemhydraulik, korrekt ausgelegte Speicher für Warmwasser und ggf. Kühlung.
- Elektrik und Tarife: WP‑Zähler, Lastmanagement und passende Stromtarife für niedrige Betriebskosten.
- Fördermittel: Tagesaktuelle Prüfung, Beantragung und Nachweisführung – wir begleiten den gesamten Prozess.
- Bivalenzfall: Für seltene Kältespitzen prüfen wir Leistungsreserve oder bivalente Konzepte.
FAQ Wärmepumpe vs. Gas in Oldenburg
Funktioniert eine Wärmepumpe auch an kalten Nordseetagen?
Ja. Gut ausgelegte Systeme mit ausreichenden Heizflächen liefern auch bei Frost stabile Wärme. Spitzen decken wir über Leistungsreserve oder bivalent ab.
Benötigen wir zwingend Fußbodenheizung?
Nein. Niedrige Vorlauftemperaturen sind entscheidend. Mit größeren Heizkörpern und hydraulischem Abgleich klappt es meist auch im Bestand.
Wie sicher sind Förderungen 2026?
Programme ändern sich. Wir prüfen für Sie die aktuelle Lage und stellen die Anträge gemeinsam, damit Sie die bestmögliche Förderung erhalten.
Was ist mit Wartung und Lebensdauer?
Wärmepumpen benötigen wenig Wartung; Verdichterlebensdauer 15–20 Jahre. Gasthermen haben ähnliche Zyklen, zusätzlich fallen Schornsteinfegerkosten an.
Wie lange dauert die Umstellung von Gas auf Wärmepumpe?
Von der Bestandsaufnahme bis zur Inbetriebnahme planen wir je nach Umfang 4–10 Wochen. Umbauarbeiten am Heizsystem (z. B. größere Heizkörper) integrieren wir nahtlos in den Ablauf.
Ist ein Pufferspeicher erforderlich?
Nicht zwingend. Ob ein Speicher sinnvoll ist, hängen wir an Betriebsstrategie, Taktung und Warmwasserbedarf auf. Wir dimensionieren Speicher nur dort, wo er Effizienz und Komfort erhöht.
Beispielhafte Optimierungen, die sich rechnen
- Hydraulischer Abgleich: Reduziert Vorlauftemperaturen, steigert JAZ und spart laufende Kosten.
- Heizkurve und Regelung: Eine flache Heizkurve mit witterungsgeführter Regelung bringt Effizienzvorteile ohne Komforteinbußen.
- PV‑Kopplung: Warmwasserbereitung mittags, smarte Speicherladung und zeitversetzte Verdichterläufe nutzen Solarspitzen.
- Gerätewahl: Modulierende Außengeräte mit passender Leistungsspanne vermeiden Takten und verlängern die Lebensdauer.
Typische Missverständnisse
- „Ohne Fußbodenheizung geht es nicht.“ Falsch. Mit richtig dimensionierten Heizkörpern erreichen wir oft 35–45 °C Vorlauf – ausreichend für effizienten Betrieb.
- „Wärmepumpen sind im Norden zu schwach.“ Das Oldenburger Klima ist für Luft‑Wasser‑Wärmepumpen gut geeignet. Entscheidend sind Auslegung, Heizflächen und Regelung.
- „Gas ist auf lange Sicht planbarer.“ CO₂‑Kosten und Beschaffungsrisiken sprechen dagegen. Wärmepumpen setzen auf Strom, der zunehmend aus erneuerbaren Quellen stammt.
Was heißt das für Ihr Haus in Oldenburg?
Wir von benmark Gebäudetechnik GmbH planen, installieren und warten Wärmepumpen und Klimasysteme in Oldenburg und Umgebung. Wir prüfen Gebäude, Heizflächen und Fördermöglichkeiten, dimensionieren fachgerecht und begleiten den Betrieb – für ein energieeffizientes, leises und zuverlässiges System